Bildung

Kindertagesstätten - Kinderbetreuung

Wir Sozialdemokraten haben in Ginsheim-Gustavsburg bereits vor der verpflichtenden Einführung der Betreuung für Kinder unter drei Jahren ein flächendeckendes Angebot eingerichtet und bieten für alle Kinder unter 6 Jahren die Möglichkeit, einen Kindergarten zu besuchen. Damit sind wir deutlich besser als der Durchschnitt der hessischen Kommunen. Trotzdem sind wir weiter bemüht, allen Kindern von Ginsheim-Gustavsburg eine qualitativ gute vorschulische Bildung zu vermitteln und die Rahmenbedingungen zu verbessern.

Unter sozialdemokratischer Führung haben wir in Ginsheim-Gustavsburg in den letzten Jahren den Ausbau der Betreuung der Unter-Dreijährigen vorangetrieben. Wir wollen hier weitere Plätze zur Betreuung schaffen und damit für Eltern die Vereinbarkeit von Beruf und Familie gewährleisten.

Es ist an der Zeit, die Qualität von Bildung, Erziehung und Betreuung in den Vordergrund zu stellen. Dabei geht es vor allem um die Verbesserung der Rahmenbedingungen und die Aufwertung des Erzieherberufs durch eine höhere Bezahlung. Nur so kann gewährleistet werden, dass ausreichend Bewerber/-innen für die offenen Stellen in diesem Beruf auch gefunden werden können.

Da die Tarife für Erzieher und Erzieherinnen keine Möglichkeiten einer besseren Bezahlung bieten, hat die Stadt Ginsheim-Gustavsburg im vergangenen Jahr entschieden, die Arbeit des Personals in Kindertagesstätten mit Hilfe einer freiwilligen Bonuszahlung attraktiver zu machen und gerechter zu entlohnen. Wir stehen dazu, auch wenn unser Defizit gerade im Bereich der Kindertagesstätten mehr als 4 Millionen Euro beträgt.

Zur Lösung dieser Personalprobleme gehört natürlich auch, dass wir ausbildungswilligen Jugendlichen die Chance bieten, die Ausbildung zur Erzieherin und zum Erzieher hier in unserer Stadt zu absolvieren.

Trotz der zu erwartenden Engpässe beim Personalangebot darf es an der Qualität frühkindlicher Bildung, Erziehung und Betreuung keine Abstriche geben. Unausgebildete Hilfskräfte in Kindertageseinrichtungen lehnen wir ab.

Wir begrüßen die Aufhebung des Betreuungsgeldes durch das Bundesverfassungsgericht. Darüber hinaus fordern wir, dass die freigewordenen Bundesgelder eins zu eins durch das Land Hessen an die Kommunen weitergeleitet werden. Hier soll das Geld in den weiteren Ausbau der Kinderbetreuung investiert werden. Denn Studien bestätigen, dass unter anderem Kleinkinder mit Migrationshintergrund so früh wie möglich in den Kindertagesstätten im sozialen Umgang mit Gleichaltrigen die deutsche Sprache erlernen sollten, um später keine Nachteile in Schule und Beruf erdulden zu müssen.

Eine ebenso große Bedeutung für das Hineinwachsen in unsere Gesellschaft und Kultur bietet die Inklusion. Inklusion heißt wörtlich übersetzt Zugehörigkeit, also das Gegenteil von Ausgrenzung. Wenn jeder Mensch – mit oder ohne Behinderung – überall dabei sein kann, in der Schule, am Arbeitsplatz, im Wohnviertel, in der Freizeit, dann ist das gelungene Inklusion. In einer inklusiven Gesellschaft ist es normal, verschieden zu sein. Jeder ist willkommen. Und davon profitieren wir alle: zum Beispiel durch den Abbau von Hürden, damit die Umwelt für alle zugänglich wird, aber auch durch weniger Barrieren in den Köpfen, mehr Offenheit, Toleranz und ein besseres Miteinander. Wir setzen uns dafür ein, dass Menschen mit und ohne Behinderung ganz selbstverständlich zusammenleben, lernen, wohnen und arbeiten: in Kindertagesstätten, in der Schule, am Arbeitsplatz, in Vereinen, überall, wo Menschen etwas gemeinsam tun.

Ganz klar sprechen wir uns als Sozialdemokraten gegen Forderungen aus, die Platz-Splitting, also lediglich eine Teilung vorhandener Betreuungsplätze im Kindergarten befürworten. Wir sehen in dieser Forderung eine Mangelverwaltung.


Schule

Die Ungleichheit der Bildungschancen ist in Deutschland so groß wie in kaum einem anderen Staat Europas. Gleichzeitig ist der Leistungsstand der 15-Jährigen mittelmäßig. Das haben die PISA-Veröffentlichungen seit 2000 mehr als deutlich gemacht. PISA hat die Diskussion um eine Reform der Schulstruktur - also um eine gemeinsame Schule für alle – neu entfacht.

Die originäre Aufgabe von Politik und staatlicher Aufsicht muss es sein, dafür zu sorgen, dass das „Recht auf Bildung auf der Grundlage von Chancengleichheit“, wie es in der von Deutschland unterzeichneten Kinderrechtskonvention der Vereinten Nationen heißt, in jeder Bildungseinrichtung verwirklicht werden kann.


Bildungseinrichtungen mit besonderen Problemen brauchen besondere Unterstützung

Da der Übergang vom Kindergarten in die Grundschule die Eltern vor Probleme in der ganztägigen Betreuung stellt, unterstützen wir die Bestrebungen der Grundschulen, vollwertige Ganztagsschulen zu werden.

Daher befürworten wir auch die Förderung durch zusätzliche Angebote sowohl in der Betreuung vor dem eigentlichen Unterrichtsbeginn, als auch im Nachmittagsbereich als Fortsetzung des schulischen Ganztagsbetriebes, beispielsweise durch Angebote von Vereinen sowie Förderunterricht und Hausaufgabenbetreuung.

Besonders wichtig ist uns,

  • dass Ganztagsschulen der individuellen Förderung aller Schülerinnen und Schüler dienen und Aussonderung vermeiden,
  • dass die Kinder und Jugendlichen in die Gestaltung des Schullebens, das ein großes Stück ihres Lebens ist, einbezogen werden und ihre Interessen ernst genommen werden,
  • dass die Schule ein aktiver Teil der Kommune wird, sich von der Umwelt inspirieren lässt und Mitverantwortung übernimmt für die Gestaltung einer kindgerechten Lebenswelt,
  • dass Jugendhilfe, Schulsozialarbeit und Schule dauerhaft kooperieren,
  • dass professionell ausgestattete Arbeitsplätze für Pädagoginnen und Pädagogen geschaffen werden und Kinder und Jugendliche einen anregenden Lern- und Lebensort haben.


Deutschland ist ein Einwanderungsland und unsere Stadt im Kreis Groß-Gerau eine Zuzugsregion. Integration ist ein Prozess auf Gegenseitigkeit, dazu müssen beide Seiten ihren Beitrag leisten.

Kontinuierliche Sprachförderung ist im Rahmen interkultureller Bildung eine wichtige Aufgabe während des gesamten Bildungsprozesses. Sie muss auch deutschsprachige Kinder einbeziehen. Eltern spracharmer Kinder sollen deshalb am Spracherwerbsprozess ihrer Kinder durch vielfältige Angebote teilhaben können.

Wir fordern die Umsetzung der Inklusion in der Schule. Hierfür muss das Land Hessen die notwendigen personellen, räumlichen, technischen, infrastrukturellen und finanziellen Voraussetzungen schaffen.

Nach der Schule brauchen junge Menschen eine Lebens- und Berufsperspektive: Die Wirtschaft muss ausreichend Ausbildungs- und Arbeitsplätze bereitstellen.

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