Kunst und Kultur

An der Kultur einer Stadt zeigt sich ihre Gestaltungs- und Entwicklungsqualität für das Wahrnehmen, Denken, Werten und Handeln sowohl der Verantwortlichen, als auch das ihrer Bürgerinnen und Bürger. In der Gestaltung von Erinnerungskultur wird die Verknüpfung von Geschichte und Gegenwart sichtbar. Kultur dient als Identifikation der Bürgerinnen und Bürger jedweder Herkunft und Religion mit ihrer Stadt. Kultur braucht Orte, die auch überregional Ausstrahlung bewirken. Kulturelle Angebote müssen bei den Jüngsten ansetzen und bis ins hohe Alter so gestaltet sein, dass sie Interesse wecken und kulturelle Bildung sichern. Kultur ist Bürgerrecht, sie darf nicht zum Feierabendgenuss für Privilegierte abrutschen, sondern muss die Beteiligung aller ermöglichen und kein Opfer von Kommerzialisierung werden.

Das Kunst- und Kulturangebot in Ginsheim-Gustavsburg ist vielfältig und attraktiv. Viele Bürgerinnen und Bürger engagieren sich in kulturellen Vereinen und Initiativen.

Die beliebten Heimatfeste „Burgfest“ und „Altrheinfest“, die Weihnachtsmärkte, die Veran-staltungen der „Achterbahn“ und des „Achterbähnchens“, des Kultursommers (auch überregional bei KISS), des Kommunalen Kinos, der Jazz-, Theater- und Konzertabende in den Burg-Lichtspielen, in den Kirchengemeinden, in der Schiffsmühle, am Burgpark und am Altrheinufer zeugen davon.

Öffentlich geförderte Kultur zeigt sich weiterhin in der Musikschule, in der Städtepartnerschaft, bei den vielfältigen Kinder-, Jugend- und Seniorenprogrammen mit ihren Raumangeboten, dem Heimatmuseum, der Pflege der historischen Stadtteilkerne, bei den Büchereien, den Ausstellungen und den interkulturellen Veranstaltungen.

Die Stadt Ginsheim-Gustavsburg arbeitet außerdem kulturell eng mit den KITAS, Schulen, Kirchen, Religionsgemeinschaften, Vereinen und der VHS zusammen.

Eine besondere kulturelle Kooperation verbindet die Stadt mit den gewerblichen Kulturschaffenden im TIGZ und mit den Literatur- und Lesekulturschaffenden der Buchhandlung in der Villa Herrmann.

Wir fordern, all diese kulturellen Aktivitäten der Stadt auf ihrem hohen Standard zu erhalten (auch personell) und weiterhin inklusiv auszubauen.

Wir wollen Orte, an denen unsere örtliche, regionale und nationale Geschichte sichtbar und erlebbar wird, in unserem Stadtbild erkennbar machen und pflegen. Wir setzen uns für eine sichtbare Erinnerung an das Zwangsarbeiterlager „Rosengarten“ aus der Zeit des Nationalsozialismus ein.

Wir wollen einen runden Tisch „Kultur“ einrichten, um all die vielfältigen Angebote der beiden Stadtteile optimal zu koordinieren. Ziel ist eine Kulturstadt Ginsheim-Gustavsburg, deren Kulturbetrieb in der Region Vorbild ist und die die Identifikation der Bürgerinnen und Bürger mit ihrer Stadt fördert.

Für die Gestaltung des neuen Bürgerzentrums im Stadtteil Gustavsburg sind alle kulturschaffenden Gruppierungen einzuladen, um deren Bedürfnisse zu erfahren und zu berücksichtigen.

Für den Stadtteil Ginsheim soll die Initiative der überregional bekannten, ortsansässigen und erfolgreichen Theatertruppe IGNOUS unterstützt werden, im Bereich zwischen alter Feuerwehr und Rathaus eine mobile Freilichtbühne einzurichten. Das alte Feuerwehrgerätehaus könnte dazu als Material- und Probenstätte genutzt werden.

Wir integrieren Migrantinnen und Migranten, indem wir sie über Partner- und Patenschaften zum Mittun in unseren kulturellen Vereinen und Gruppierungen ermuntern und begleiten und unsere Programme auch in anderen Sprachen bekannt machen.

Kultur in Ginsheim-Gustavsburg wird für alle Altersgruppen inklusiv und barrierefrei vorgehalten. Vor dem Hintergrund einer sich verändernder Altersstruktur (ein Drittel unserer Bürgerinnen und Bürger sind bereits über 60) gilt es, kulturelle Veranstaltungen erschwinglich zu halten und z.B. einen eintrittsfreien Kulturtag pro Monat für Jung und Alt einzurichten.

Kulturelle Begegnungsmöglichkeiten von Jung und Alt, wie z.B. das Mehrgenerationenhaus des „Lebens Alter e.V.“, die Generationenhilfe, die Vorleseaktionen etc., müssen weiterhin zielgerichtet gefördert werden.

Kinder und Jugendliche, aber auch Erwachsene, brauchen für ihre Entwicklung und Fortbildung und für lebenslanges Lernen Freiräume, die sie im bestehenden Bildungssystem oft nicht haben. Wir wollen dazu verstärkt Anreize schaffen wie z. B. durch die Leseförderung, durch Musik-, Theater-, Medien- und Museumspädagogik.

Dafür gilt es, die Zusammenarbeit mit der vielfältigen und engagierten Arbeit in und um die Villa Herrmann (Lesekultur, Literaturerziehung) und mit den Kindergärten, Schulen, der Musikschule, den Leseeulen und der VHS zu erhalten und auszubauen.

Um die Finanzierung der vielfältigen Kunst- und Kulturangebote unserer Stadt sicher zu stellen, bedarf es zusätzlich zum Kulturetat flexibel verfügbarer und nicht an den Haushalt gebundener Mittel.

Hierzu ist eine kommunale Stiftung ins Leben zu rufen, die sich der Förderung der kulturellen Einrichtungen der Stadt verpflichtet. Eine Stiftung kann – anders als die Stadt – Spendengelder akquirieren und an die Kultureinrichtungen verteilen. Über die Verteilung der Gelder entscheidet dann ein parlamentarisch gewählter Stiftungsrat.

Eine Stiftung kann außerdem Mittel für kurzfristige Projekte zur Verfügung stellen.

Nach der hessischen Verfassung genießt die Kultur den Schutz und die Pflege durch den Staat (Art. 62). Deshalb besteht für uns die Verpflichtung, unser reichhaltiges und qualitativ hochwertiges Kulturangebot zu erhalten. Wir sind generell offen für weitere kulturelle Angebote.

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