Seniorinnen und Senioren

Angebote für die Seniorenarbeit richten sich nach den Bedürfnissen der Seniorinnen und Senioren. Viele Menschen, die das Berufsleben verlassen, sind gesund und aktiv. Durch den Austritt aus dem Berufsleben ergeben sich Freiräume, die durch neue Aktivitäten zur Selbstverwirklichung, aber auch im Ehrenamt gefüllt werden können. Hierfür wollen wir werben. Zur Förderung der ehrenamtlichen Seniorenarbeit in allen gesellschaftlichen Bereichen wollen wir die Bedeutung des von den Bürgerinnen und Bürgern ab dem 60. Lebensjahr gewählten Seniorenbeirates stärken und ihn intensiv in die kommunalpolitische Arbeit einbinden.

Andere, meist ältere Seniorinnen und Senioren, brauchen Hilfen, um den Alltag zu bewältigen. Gesundheitliche und wirtschaftliche Probleme, der Verlust der Partner, Einschränkungen bei der Haushaltsführung und der täglichen Verpflegung bilden die Herausforderungen, die es zu lösen gilt.

Eine weitere Aufgabe ist der Umgang mit Migrantinnen und Migranten, die aufgrund ihrer ethnischen oder religiösen Besonderheit besondere Angebote wünschen, die ihren Lebenswirklichkeiten entsprechen.

Für ein selbständiges Leben im Alter sind bestimmte Grundbedürfnisse zu befriedigen. Hierzu zählen Wohnen, soziale Kontakte, Versorgung und Gesundheit.

Viele Angebote und Hilfen erfordern die Mitwirkung von Fachkräften. Diese kommen von den unterschiedlichsten öffentlichen und freien Trägern. Ergänzende Angebote und Hilfen werden auch von engagierten Mitbürgerinnen und Mitbürgern, von Nachbarinnen und Nachbarn und Vereinen erbracht. Zur Steuerung dieser Angebote bietet sich ein „runder Tisch“ als Steuerungsinstrument an. Diesen wollen wir einrichten. Dabei ist darauf zu achten, dass Ehrenamt nicht Hauptamt ersetzt. Wir erhalten bewährte Angebote des Seniorenbüros, sichern deren Finanzierung, initiieren aber auch konzeptionell neue Formen.

Die Wohnsituation verändert sich im Laufe des Lebens. Die Mietwohnungen werden zunächst nach der Größe der Familie gewählt. Im Alter leben Seniorinnen und Senioren häufig in zu großen Wohnungen. Eigenheime sind entsprechend ihrer Baujahre gestaltet und genügen im Alter oder bei Behinderung nicht mehr den Ansprüchen an Barrierearmut.

Wir wollen für ein Angebot an senioren- und behindertengerechten Wohnungen und Hilfen beim Umbau und Ausstattung von Wohnungen und Eigenheimen sorgen, um so ein möglichst langes eigenständiges Leben in der eigenen Wohnung zu ermöglichen.

Wir wollen eine Beratung für Seniorinnen und Senioren in Wohnungsfragen vor Ort und Unterstützung bei Wohnungstausch und Umzug anbieten.

Wir unterstützen individuelle Wohnformen, die aus unterschiedlichsten Interessengruppen von Menschen heraus entstehen, die ein Wohnprojekt gemeinsam angehen möchten. Erfolgreiche Projekte, wie das des „Lebens Alter e.V.“, wollen wir dazu beratend einbinden und als Multiplikator nutzen.

Mittelfristig setzen wir uns für eine Senioreneinrichtung im Stadtteil Ginsheim mit verschiedensten Wohn- und Betreuungsformen bis hin zu Kurzzeit- und Pflegeplätzen ein.

Wir bekräftigen den Erhalt des Seniorentreffs „Zur Fähre“ im Stadtteil Ginsheim mit einer multifunktionalen Nutzung als städtisches Begegnungszentrum und setzen uns für die Einrichtung eines ähnlichen Stadtteiltreffs in Gustavsburg ein.

Darüber hinaus wollen wir in den Wohnquartieren Treffpunkte und Räume mit seniorengerechten Angeboten entwickeln. Sie können wesentlich dazu beitragen, dass Menschen im Alter in ihrem gewohnten Umfeld verbleiben können.

Diese Treffpunkte sollen von Ehrenamtlichen – möglichst aus dem gleichen Wohnumfeld – betreut werden. Die Koordination und Steuerung der Angebote hat durch hauptamtliche Quartiermanagerinnen und Quartiermanager (Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter) zu erfolgen, die bei den Wohnungsgesellschaften anzusiedeln sind.

Bei zunehmender Hilfsbedürftigkeit können die Treffpunkte weiterreichende Angebote wie „Essen auf Rädern“, Pflegedienste, medizinische Betreuung, Pflege und Instandhaltung der Wohnung von öffentlichen und ehrenamtlichen Organisationen wie „Generationenhilfe“, „Alzheimer Gesellschaft“, „Hospiz“ oder „Leuchtturm“ koordinieren und steuern. Dabei kann das sogenannte „Bielefelder Modell“ als Vorbild dienen.
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